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GECMAGAZIN
Weniger Abhängigkeit von Hormuz

„zero Hormuz dependency“. In der Praxis scheint die Strategie darauf ausgerichtet zu sein, die Abhängigkeit von einem einzigen maritimen Engpass zu verringern – durch den Ausbau östlicher Häfen, Pipelines, Bahnverbindungen und landgestützter Logistikkorridore. Für Unternehmen, die Waren in die VAE importieren, aus den VAE exportieren, dort lagern oder durch das Land transportieren, ist dies nicht nur eine regionale Handels- und Infrastrukturentwicklung. Sie hat ganz konkrete Auswirkungen auf Verträge, Logistik, Versicherungen, Zollplanung und Business Continuity. Unser ClubPartner [url=https://www.german-emirates-club.com/Partner/1/671][b]Kisser Legal Consultants[/b][/url] erläutert, warum diese Entwicklung für Unternehmen relevant ist und welche vertraglichen und operativen Fragen sich daraus ergeben. [b]Warum die Strategie gerade jetzt wichtig ist[/b] Die Bemühungen der VAE, ihre Abhängigkeit von der Straße von Hormus zu reduzieren, sind keine kurzfristige Reaktion auf jüngste regionale Entwicklungen. Das Land baut bereits seit Jahren alternative Handels- und Exportrouten auf. Dazu gehören unter anderem die seit 2012 betriebene Habshan–Fujairah Pipeline sowie das Etihad Rail Freight Network, das seit 2023 den Güterverkehr innerhalb der VAE unterstützt. Die jüngsten Sorgen um die maritime Sicherheit haben lediglich verdeutlicht, wie wichtig diese Strategie ist, und die Rolle der östlichen Häfen, Pipelines und landgestützten Transportverbindungen stärker in den Fokus gerückt. Die Straße von Hormus bleibt eine der weltweit wichtigsten maritimen Routen für Energie und Handel. Jede Störung oder Unsicherheit entlang dieser Verbindung kann Auswirkungen auf Energiepreise, Fahrpläne von Reedereien, Versicherungen, Hafenbetrieb und Warenbewegungen in der gesamten Region haben. Die VAE haben sich stets für einen ununterbrochenen Schiffsverkehr und eine sichere Passage durch die Straße von Hormus eingesetzt und investieren zugleich kontinuierlich in alternative Infrastruktur. Die strategische Ausrichtung ist daher nicht nur eine Antwort auf aktuelle regionale Unsicherheit, sondern Teil einer langfristigen Resilienzstrategie. [b]Was der Plan vorsieht[/b] Im Mittelpunkt steht die Küste der VAE am Golf von Oman, die außerhalb der Straße von Hormus liegt. Öffentlichen Berichten zufolge prüfen die VAE einen weiteren Ausbau der Häfen von Fujairah, Khor Fakkan und Dibba sowie zusätzliche Hafenkapazitäten entlang der Küste am Golf von Oman. Zwei Infrastrukturelemente bilden dabei den Kern der Strategie: die Rohölpipeline nach Fujairah und das Etihad Rail Freight Network. [b]Die Pipelines[/b] Die VAE verfügen bereits über eine Route, über die Rohöl an die Küste transportiert werden kann, ohne die Straße von Hormus passieren zu müssen: die Abu Dhabi Crude Oil Pipeline, auch Habshan–Fujairah Pipeline genannt. Sie verläuft über rund 400 Kilometer von den Onshore-Ölfeldern Abu Dhabis bis zum Port of Fujairah am Golf von Oman und ist seit 2012 in Betrieb. Ihre nominelle Kapazität liegt bei 1,5 Millionen Barrel pro Tag; Berichten zufolge kann sie bei Bedarf auf bis zu 1,8 Millionen Barrel täglich gesteigert werden. In Zeiten gestörter Routen oder erhöhter maritimer Sicherheitsrisiken bietet die Pipeline damit eine alternative Exportmöglichkeit über Fujairah und reduziert die Abhängigkeit von Tankertransporten durch die Straße von Hormus. Öffentliche Berichte deuten zudem darauf hin, dass ADNOC parallel eine zweite Leitung entwickelt. Die im Mai 2026 angekündigte West-East Pipeline soll die Exportkapazität Abu Dhabis über Fujairah in etwa verdoppeln. Sultan Al Jaber, Minister of Industry and Advanced Technology und ADNOC Group Chief Executive, erklärte, die Leitung sei etwa zur Hälfte fertiggestellt und ADNOC habe die Fertigstellung auf 2027 vorgezogen. Sheikh Khaled bin Mohamed bin Zayed Al Nahyan, Crown Prince of Abu Dhabi, hat ebenfalls eine beschleunigte Umsetzung gefordert. Dr. Thani Al Zeyoudi bestätigte Berichten zufolge außerdem, dass eine dritte Petroleum Pipeline derzeit Gegenstand einer Machbarkeitsstudie ist. Der Ausbau steht zugleich im Zusammenhang mit der breiteren Energiestrategie der VAE. Angesichts der geplanten Steigerung der Produktionskapazitäten von ADNOC gewinnen zusätzliche Exportwege wirtschaftlich weiter an Bedeutung. Die zweite Pipeline schafft für dieses zusätzliche Produktionsvolumen eine weitere Route über Fujairah. Vollständig beseitigt wird die Abhängigkeit von der Straße von Hormus dadurch allerdings nicht. Rohöl kann zunehmend per Pipeline transportiert werden, doch raffinierte Produkte aus Ruwais und LNG-Exporte werden weiterhin teilweise per Tanker durch die Straße von Hormus befördert. Dies ist einer der Gründe, weshalb sich die VAE parallel zum Ausbau alternativer Routen weiterhin für eine sichere und ununterbrochene Passage durch die Straße von Hormus einsetzen. [b]Etihad Rail[/b] Das Schienennetz bildet die landgestützte Hälfte der Strategie. Die rund 900 Kilometer lange Freight Line von Etihad Rail verläuft von Ghuweifat an der saudischen Grenze bis nach Fujairah und transportiert seit 2023 Güter durch alle sieben Emirate. Sie verbindet wichtige Häfen wie Khalifa Port, Jebel Ali und Fujairah mit Industriegebieten, Steinbrüchen und Produktionsstandorten im Landesinneren. Die Strecke ist für Double-Stack Container und schwere Lasten ausgelegt. Ein einzelner Güterzug kann dabei rund 300 Lkw-Fahrten ersetzen. Etihad Rail verfolgt das Ziel, bis 2030 jährlich 60 Millionen Tonnen Fracht zu transportieren. Befördert werden unter anderem Rohölprodukte, Petrochemikalien, Polymere, Aluminium, Zement und allgemeine Containerfracht. Für die Handelsströme über die östlichen Häfen sind insbesondere zwei Entwicklungen relevant. Zum einen haben Etihad Rail und die Customs Authorities einen Bonded Rail Corridor zwischen Khalifa Port und den Terminals in Fujairah eingerichtet. Dadurch können Waren mit priorisierter Zollabfertigung zwischen beiden Standorten transportiert werden, ohne den Zollstatus zu unterbrechen. Dies kann Zeit und Kosten beim Weitertransport von Gütern aus Fujairah reduzieren. Zum anderen wird ein Joint Venture mit Oman Rail, bekannt als Hafeet Rail, das Netzwerk mit Oman’s Sohar Port verbinden. Die Strecke soll zudem Teil des breiteren GCC Railway Network werden. Zusammen erweitern diese Projekte die Reichweite der östlichen Häfen deutlich über die Küste der VAE hinaus. In Zeiten erhöhter maritimer Sicherheitsrisiken kann die Kombination aus östlichen Häfen, landgestützten Transportverbindungen und Pipeline-Infrastruktur die Versorgungssicherheit stärken, indem Unternehmen mehr Routing-Optionen zur Verfügung stehen. Unternehmen sollten daher nicht davon ausgehen, dass ein einzelner Hafen, eine einzelne Route oder ein einzelner Logistikdienstleister dauerhaft die wirtschaftlich sinnvollste oder praktisch verfügbare Option bleibt. [b]Was dies für Unternehmen in und mit den VAE bedeutet[/b] Mit der wachsenden Bedeutung der östlichen Häfen müssen Unternehmen künftig möglicherweise unterschiedliche Routen, Inlandtransporte, Zollverfahren und Kostenstrukturen berücksichtigen. Jebel Ali und Khalifa Port werden voraussichtlich weiterhin eine zentrale Rolle in der Distribution der VAE spielen. Fujairah, Khor Fakkan und andere Einrichtungen an der Ostküste dürften jedoch in der Handels- und Logistikplanung an Bedeutung gewinnen. Grundsätzlich ist diese Entwicklung für Unternehmen positiv, weil sie zusätzliche Optionen und mehr Resilienz schafft. Gleichzeitig unterstreicht sie, wie wichtig es ist, bestehende Verträge und Logistikvereinbarungen so flexibel zu gestalten, dass sie auf ein verändertes Handelsumfeld reagieren können. Unternehmen mit grenzüberschreitenden Lieferketten sollten insbesondere folgende Punkte überprüfen: [LIST] [*][b]Force-Majeure-Klauseln:[/b] Wie werden Routenschließungen, Hafenstörungen, maritime Sicherheitsvorfälle und länger anhaltende Unterbrechungen behandelt? [*][b]Lieferbedingungen und Incoterms:[/b] Besonders relevant, wenn Verträge die Lieferung über einen bestimmten Hafen voraussetzen. [*][b]Gefahrübergang:[/b] Zu welchem Zeitpunkt geht die Verantwortung für die Ware vom Verkäufer auf den Käufer über? [*][b]Shipping- und Logistikverträge:[/b] Dürfen Carrier oder Lieferanten Häfen oder Routen austauschen? [*][b]Cargo Insurance:[/b] Sind besondere Risiken, Verzögerungen und Ausschlüsse im Zusammenhang mit regionalen Störungen ausreichend berücksichtigt? [*][b]Demurrage und Detention:[/b] Wie werden zusätzliche Kosten behandelt, wenn Ladung aufgehalten oder umgeleitet wird? [*][b]Customs- und Licensing-Regelungen:[/b] Sind Genehmigungen an bestimmte Häfen, Lagerstandorte oder Free Zones gebunden? [*][b]Business Continuity Plans:[/b] Bestehen alternative Logistikdienstleister, Lageroptionen und interne Freigabeprozesse für kurzfristige Änderungen? [/LIST] Diese Fragen sind nicht nur in Krisen- oder Störungssituationen relevant. Sie gehören zur normalen kommerziellen Planung von Unternehmen, die auf Handelsrouten durch die VAE angewiesen sind. [b]Ausblick[/b] Die strategische Richtung der VAE ist klar: mehr Routen, mehr Häfen und weniger Abhängigkeit von einem einzigen maritimen Engpass. Für Unternehmen ist dies grundsätzlich eine positive Entwicklung. Gleichzeitig erfordert sie praktische Vorbereitung. Unternehmen, die auf Handelswege durch die VAE angewiesen sind, sollten ihre Verträge, Lieferbedingungen, Versicherungsdeckungen, Zollprozesse und Logistikvereinbarungen überprüfen und sicherstellen, dass diese auch dann funktionieren, wenn sich Hafenoptionen und Transportkorridore weiterentwickeln. Eine frühzeitige Überprüfung schafft nicht nur mehr Widerstandsfähigkeit gegenüber möglichen Störungen, sondern kann Unternehmen auch dabei helfen, neue Logistikoptionen und effizientere Handelswege zu nutzen. Für eine rechtliche Bewertung bestehender Vertrags- und Logistikstrukturen sowie Unterstützung bei der Anpassung an veränderte Handelsbedingungen stehen Ihnen die Experten von [url=https://www.kisser.legal/][b]Kisser Legal[/b][/url] gern zur Verfügung. [b]Über unseren ClubPartner[/b] Kisser Legal (vormals Strohal Legal Consultants) ist eine internationale Wirtschaftskanzlei, die seit 20 Jahren in den VAE tätig ist. Sie berät nationale und internationale Mandanten bei lokalen und cross-border M&A-Transaktionen sowie zu sämtlichen Themen des Gesellschafts-, Unternehmens- und Arbeitsrechts. Darüber hinaus bietet die Kanzlei Expertise bei steuerrechtlichen Fragestellungen und unterstützt bei der Umsetzung unternehmerischer Vorhaben und Investitionen in den VAE. Sie erreichen unseren ClubPartner telefonisch unter [url=tel:+971503765847][b]+971 50 376 5847[/b][/url], per [url=mailto:office@kisser.legal][b]E-Mail[/b][/url], oder besuchen Sie die [url=http://www.kisser.legal/][b]Homepage[/b][/url]. Sie haben noch keine [url=http://www.german-emirates-club.com/Magazine/37/1950][b]ClubMitgliedskarte[/b][/url] oder Fragen zur Partnerschaft mit diesem ClubPartner, den Konditionen, oder benötigen Sie weitere Empfehlungen im Bereich Recht? 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